Lesung Essenzen Rot 18 2 2017  

Öffentliche Lesung von Michael Stoll im SusoHaus im Frühjahr 2017

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ESSENZEN - Beiträge zur Neuen Mystik von Michael Stoll

Als hardcover, paperback und e-book überall im Buchhandel  

ISBN 978-3-7345-7101-5 zu beziehen



Zum Buch und Autor

Michael Stoll lebt und arbeitet als Musiker und Dichter; er initiierte das `SusoHaus - Neue Mystik im Dialog` in Überlingen am Bodensee und gründete gemeinsam mit
seiner Frau das LEBENSKLOSTER in Neuhausen ob Eck — Worndorf als Ort der Stille und schöpferischen Arbeit. (www.lebenskloster.de)Die im vorliegenden Band ESSENZEN und im gleichnamigen Hörbuch enthaltenen Philosophischen Dichtungen haben zumeist eine Gedankenbewegung zum zentralen Inhalt, die sich jedoch als solche dem Leser nicht aufzwingen will, sondern ihm ein freies Bewegen in dem ihm eigenen Bedeutungsraum lässt. Mit dem fühlenden Erfassen innerer Bezüge von Wort zu Wort, der Erfahrung von Melodie im Lauschen verschieden gesetzter Töne, wird mit diesen Dichtungen erneuerter Sinn möglich und erfahrbar. In der Offenheit ihrer Deutungsräume wirken die Texte als Ausdruck einer Neuen Mystik, die aus bislang Unsagbarem eine neue Sprachlichkeit erwachsen lässt. So eröffnet Michael Stoll den Lesern durch seine Erkenntnisse in „ESSENZEN“ neue Horizonte.  Michael Stoll beweist mit seinen Dichtungen in diesem Band, dass auch philosophische Gedanken über die Welt und das Leben auf sehr ansprechende Weise in Gedichtsform übertragen und vermittelt werden können. Seine Erkenntnisse und Gedanken, die sich oft mit mystischen Dingen beschäftigen, verdichten sich zu einer neuen und geöffneten Form, die wenig mit klassischen Gedichten gemeinsam hat und als eigenständige Kunstform angesehen werden kann.Wer nach den üblichen Gedichten sucht, der wird in dem Band „ESSENZEN“ von Michael Stoll nicht fündig. Doch die Leser, die einen offenen Geist haben und sich gerne inspirieren lassen, werden in den Dichtungen in diesem Band eine Fülle an neuen Ideen und Gedanken finden. Jeder Text spricht eine Idee an, über die es sich nachzudenken lohnt. (Vienna News)

 

 

 

 

 

 

 

 

Protokoll (pdf):

2. Arbeitsgespräch "Kulturelle Identität - Schöpferisches Tun" 

Aus meinem innersten Herzen - ein neues Lied!
Heinrich Seuse (21. März 1295 - 25. Januar 1366)

 

bedeutung

"Die Fülle an Bedeutung gibt der Schöpfung ihr Recht zurück!"

(Michael Stoll - Tagebuch)

 

Ab dem Donnerstag, 2. Februar 2017 von 19.30 - 21.00 Uhr beginnen wir die wöchentlichen Arbeits-Gespräche

"Kulturelle Identität - Schöpferisches Tun" .

Im Anschluß an ein freies Gespräch werden kulturelle Projekte und Vorhaben vorgestellt und in ihren jeweiligen Phasen begleitet, unterstützt und miteinander vernetzt. Das wöchentliche Protokoll wird auf der Homepage www.susohaus.de zum download bereitgestellt.

Worum geht es?

Der Mystische Weg ist kein unklares Unterfangen, sondern - im Gegenteil - hier bin ich mit meinen Kräften des Verstehens, des Wahrnehmens konzentriert und versammelt - der wunderbaren Fragwürdigkeit des Daseins geöffnet.
Mein Handeln und Tun aus dem offenen Staunen heraus ist neu und schöpferisch. In jedem Augenblick erfahre ich meine persönliche Welt, bis hin zur gesellschaftlichen Wirklichkeit in ihrer Brüchigkeit und einem Mangel an wirklicher Schönheit. In seiner Sehnsucht nach dem Absoluten (A.Haas) beantwortet der diesen Mangel Empfindende verantwortlich mit seinem Tun und ganzem Dasein.

Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen an den Gesprächen teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

 
(Kostenbeitrag: 5 € / pro Abend)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vortrag von Michael Stoll zur Mystik Heinrich Seuses

mit anschliessendem intuitiv-kreativem Schreibseminar

auf Einladung des Bistums Augsburg im Dominikanerkloster Heilig Kreuz

 

Klostergarten im Dominikanerkloster Heilig Kreuz - Augsburg

 Rückmeldung der Teilnehmerin Julia Stache mit Text aus dem Kurs und weitere Texte von Angelika Walter, Marlene Scholz und Hartmut Plamper die während des Augsburger intuitiv-kreativen  Schreibkurses entstanden sind:

 

Lieber Herr Stoll,

herzlichen Dank nochmals für den wertvollen Vortrag gestern Abend und den heutigen eindrucksvollen Schreibkurs. Das Zuhören und Schreiben hat sehr viel Spaß gemacht. Ich kann nur wiederholen, was vorhin auch die anderen Teilnehmer schon gesagt haben. Es ist unglaublich, welche berührenden Texte Menschen spontan in so kurzer Zeit verfassen können - wenn Sie wohlwollend und motivierend von einem Profi geführt werden :-) Immer wieder hatte ich das Gefühl, bei den Vorträgen und Versen handelt es sich um „richtige Dichtungen“, was ja tatsächlich auch der Fall ist. Der Durchschnittsmensch hat nur erst einmal eine gewisse Scheu davor, seinen eigenen Worten Bedeutung beizumessen und sie aufzuschreiben, weil man immer denkt, dass ja alles schon geschrieben wurde, dass es nichts Neues gibt. Es ist eine tolle Erfahrung, dass das natürlich gar nicht stimmt, sondern dass Menschen zu allen Zeiten immer wieder aufs Neue kreativ sein können. Das ist wunderbar.

Als Abschluss des heutigen Seminartages - jetzt sind alle Eindrücke noch frisch - und weil ich morgen für einige Tage in den Urlaub fahre, sende ich Ihnen gleich meinen Text. Zur Überarbeitung komme ich jetzt nicht mehr, meiner Ansicht nach ist das wohl auch nicht gewollt, da das Typische in einem Schreibseminar Spontanität und Authentizität sind. Ob der Text gekürzt wird, überlasse ich gerne Ihnen, die ersten Sätze sind nur als eine Art Einleitung zu verstehen.

   

Spontanes Thema:

„Blendende Helle, freier Tag“

 

„Bei freier Tag“ habe ich zunächst an meine Ideen zum Stichwort „glücklichster Tag meines Lebens“ gedacht. Auf einem Seminar zum Thema „Enneagramm“ Ende April 2016 sollte sich die Teilnehmergruppe hierzu Gedanken machen. Damals bin ich in meiner Vorstellung mit meinem Mann zu Fuß auf die Zugspitze gestiegen - ein besonderes Erlebnis.

Jetzt komme ich beim Nachdenken über mein Schreibthema zum Ergebnis, dass sich dieses für mich nicht auf bestimmte, konkrete Ergebnisse oder Erlebnisse bezieht, sondern im übertragenen Sinn zu verstehen ist. Mit Bezug zu Gott, zur spirituellen Ebene. Bei „blendender Helle“ denke ich an Sonne, an weißes, helles Licht, in das ich nicht schauen kann, weil es meine Augen nicht vertragen. An Gegenlicht, das ich nicht begreifen und nicht erfassen kann. An Sterne, Leuchten, Unendlichkeit, an Weite, Aufgehobensein, Glückseligkeit, Geborgenheit in der Unbegreiflichkeit Gottes. An die Weite des Universums, ferne Galaxien mit unzähligen Sternen. An den unendlichen Geist, der alles durchströmt.

Der "freie Tag“ steht stellvertretend für mein Leben, so wie ich es jetzt endlich begriffen habe, wofür ich 40 Jahre Zeit benötigt habe. 20 Jahre war ich wie im Dornröschenschlaf, jetzt bin ich aufgewacht. Besser spät als nie!

Ich muss an den Vortrag gestern Abend über Heinrich Seuse denken. Phasenweise hatte ich das Gefühl, dass mir aus der Seele gesprochen wird. Jetzt ist ein Ruck durch mein Leben gegangen, wonach ich mich schon so viele Jahre gesehnt hatte. Ich habe endlich begriffen, dass für ein gelingendes Leben kein Selbstdiktat erforderlich ist, sondern dass dieser Weg gerade nicht zum Ziel, sondern in die Irre führt. Dass mein Leben mit allen Pflichten - und natürlich auch mit allen Schwierigkeiten und Hürden des Alltags - dennoch immer wie ein freier Tag sein kann, wenn ich im Strom der Weisheit Gottes schwimme, wie es gestern Abend geheißen hat. Dann kann quasi nichts passieren. Dann kann ich mich immer geborgen und aufgehoben fühlen in der Liebe Gottes. Der Alltag und mein ganz normales, kleines Leben gehen weiter, aber ich bin eine andere. Ich bin frei in Gott. Es wird immer wieder schwierige Situationen im Leben geben, aber ich kann gelassen reagieren. Natürlich ist das leicht gesagt, aber das ist für mich wahre Freiheit. Nicht nach gesellschaftlichen und familiären Normen und Prägungen mit dem Kopf durch die Wand wollen und sich immer wieder den Schädel anschlagen, sondern frei sein nach dem Willen Gottes und darauf vertrauen, dass er mir den richtigen Weg schon zeigen wird. Freiheit nach dem Willen Gottes, Hoffnung, Vertrauen und Liebe als Leitlinien für mein Leben.

J. Stache

     

Begegnung im Schweigen

 

Den Weg vom Kloster zum Hofgarten genieße ich im Schweigen, schaue aufmerksam, nehme das
Geschehen auf der Straße wahr, freue mich über meine innere Bereitschaft des Geschehenlassens.
Ein Blatt, angeheftet an einer Laterne, einige Schritte weiter an der Säule eines Torbogens mit den
Einzelheiten zur Suche eines verlorenen Schlüssels „Schlüssel verloren … Finderlohn...“ macht mich
nachdenklich. Sind das nicht wunderbare Stichworte für meine Schreibübung? Verloren – Gefunden,
Beziehungen werden deutlich, werden spürbar, werden sichtbar vor meinem inneren Auge.
Im Hofgarten: angelegte gerade Wege, akkurat gepflegte Rabatten, Wasserspiele im lebendig
sprudelndem Springbrunnen, gegenüber Seerosen im still stehenden Wasser im Bassin. Betörender
Rosenduft liegt süß über Wiesengrün, bewacht von mystisch anmutenden Gestalten. Idylle pur.
Zurück ins Kloster; hier soll der Schreibauftrag, meine erste Schreibübung auf Papier fließen. Also
Rückweg zum Kloster. Ein junger Mann, er hebt etwas von der Straße auf. Er bückt sich nach
Bierdeckeln, sammelt sie. Wie zur Entschuldigung, erklärt er wozu es ihm dient: Beilagscheiben. Er
spricht weiter, eigentlich sei er Goldschmied. Zur Zeit ist er beschäftigt mit der Herstellung von
künstlichen Augen. Er holt einen Flyer aus seiner Umhängetasche mit den Details dazu. Diese
Augäpfel gestaltet er für Menschen, die infolge schwerer Erkrankungen ein Auge verlieren und mit
diesen Objekten äußerlich wieder heil aussehen.
Im weitläufigen Klostergebäude finde ich keinen Zugang zum Schreiben. Was ist meine Intention?
Ich bin auf dem Weg, erinnere mich an den Vortrag über Heinrich Seuse am Vorabend-
Meine Stille
Ich gehe zurück in den Hofgarten; höre Kinder lachen, spielen, ausgelassen sein. Dann, leicht und
hauchzart wie ein fein gewebter Schleier spüre ich den beginnenden Regen. Der Aufbruchstimmung
von Müttern, Vätern und Kindern folgt plötzliche Stille.
Ich lasse mich auf das rhythmische Plätschern der zurückfallenden Wasserfontänen ein. Ich genieße
die Verlassenheit des Gartens, die brillierenden Farben regenfeuchter Blüten.
Die fragenden Blicke der zu Stein gewordenen Gnome begleiten meinen Weg hinaus aus einem
paradiesgleichen Ort mitten in der Stadt.

Angelika Walter

 

 

 

Die Tänzerin im Schatten
oder
Die Frauenfrage und die Amtskirche

 

Das Große Haus ist in die Jahre gekommen.
Die Scheinwerfer sind schon lange kaputt.
Oder hatte mann die Stecker gezogen?

Die Renovierung hängt ab vom Bürgerbegehren.
So lange bleibt das Parkett leer.
Es kam sowieso immer weniger Publikum.

Pompöse vergangene Bühnenbilder stehen noch
festgenagelt in der dunklen Höhle,
werfen Schatten auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Doch glatt und federnd ist der Boden geblieben.
Hingezogen fühlt sich die Tänzerin, sucht Zugang
um auf ihnen das Tanzen zu verkosten.

Im Schatten wagt sie Schritte, die noch niemand kennt.
Im Schatten weitet sich die Bühne zum Kosmos.
Im Schatten wird neue Tanzkunst geboren.

Im Schatten gelingt Erfüllung des Unsäglichen.
Der Scheinwerfer wird eines Tages volle Wattstärke brauchen
der Tänzerin Kunst auszuleuchten.

 

Im Schreibseminar 4. Juni 2016
Marlene Scholz

 

 

Ich brauche deine Bilder

 

Ich bin eine Süchtige.
meine Sucht sind Bilder.
Ich bin die, die Bilder sucht.
Habe ich bereits genügend
suche ich mehr.

Verliebe ich mich zutiefst in das eine,
flirte ich bereits mit einem anderen.
Ich brauche Bilder zum Schreiben,
zum Reden, zum Denken, zum Deuten, Erklären
und zum Verstehen.

Nicht die Oberfläche, nicht das Motiv, der Pinselstrich, die Farben, die Textur,
nicht die Kameraführung, die Pixelschärfe,
das Genie oder das Handwerk des Bildermachers,
nicht die Sprachgewalt, nicht die Erzählkunst des Poeten
sättigen meine Seele:

Es ist das DAHINTER,
das DARÜBER,
das DARINNEN,
das DURCH DAS BILD HINDURCH,
das sich zum Verkosten, zum Auskosten, anbietet.

Die Wirklichkeit hinter einem jeden
und hinter allen Bildern,
das bist Du.
Du.
Du, das unsägliche, lustvolle, kraftvolle SEIN,
das sich ver-wirklicht, dein DA-Sein, Gott.

Gott Du Energiebündel,
du Wirbelsturm der Zuneigung und des Entzückens
für alles und jeden in deinem Bild erdacht und geschaffenem.
Ich brauche deine Bilder, Gott,
nicht um süchtig sondern um satt zu werden.

 

4. Juni 2016
Marlene Scholz

 

 

Im Hofgarten
oder
Theologen und feministische Theologinnen im Blick der Glaubenskongregation

 

Im Hofgarten stehen steinerne Menschen.
Eine Hälfte auf hohen Säulen,
die andere auf niederen Podesten,
alle festgemauert.

Die hohen Figuren sind Frauen.
Man schaut auf zu ihnen.
Die kleinen sind Männer unterschiedlichen Standes,
jedoch verzwergt mit Riesenköpfen auf geschrumpften Leibern.

Die Frauen stehen schlank und still in üppigem Gewand aus Stein.
Die kleinen Männer erleiden wohl Druck von oben,
der sie in die Lächerlichkeit quetscht.

Die stummen Frauen zeigen Folterwerkzeug her.
Sie tragen ihr Leid mit Würde während
sie auf das fürstbischöfliche Palais blicken.

Ihr Fürstbischöfe, - die Zeit heilt keine Wunden!
Es ist Zeit den Druck zu lösen, der Männer zu Zwergen und
Frauen zu Märtyrerinnen macht.

Der Hofgarten steht in voller Blüte.
Siehe, ich mache alles neu...
Das Blühen wird die Menschen erlösen.

 

Im Hofgarten am 4. Juni 2016
Marlene Scholz

 

 

Beobachtungen auf dem Weg zum Hofgarten

 

die Klosterräume - Lebensräume-;

die Schatten der Menschen,

das Grau der Wolken - bis hin zum Weiss;

die Fahrt der Fahrzeuge - sie kommen, sie kreuzen Wege,

biegen ab, verändern die Richtung;

eine mächtige Hauswand wirkt nicht bedrängend - sie

bietet eher Schutz;

ein Torbogen will durchschritten werden - neuer Lebensabschnitt-;

lärmende Krähe;

die Sonne bricht durch füllt den Raum mit Helle - schärft die

Konturen der Schatten;

die mächtigen Bäume streben kraftvoll gegen den Himmel;

der Glockenschlag;

der Ton des Jets in der Ferne;

bestimmt stösst der Strahl des Brunnens kraftvoll in die Höhe,

um am Wendepunkt sich bis in feine Gicht gelöst sich fallen zu lassen, nicht verloren findet er gewandelt, nun in kleinen Blasen Halt auf dem Wasser des Brunnens, wird gebunden und getragen; der Teich nimmt Seerosen auf, sie sind sanft ruhend getragen; auf der Oberfläche des ruhigen Wassers bricht sich das Licht, es kommt mir wie beim Blick in den Spiegel entgegen; die Menschen nehmen die Ruhe des Ortes in sich auf, sie schöpfen Kraft; eine Braut taucht auf, sie hat ein Herz zu vergeben; in Stein gehauene Gnome wirken ganz ruhig, ihre dunklen Mächte sind gebunden und starr, ihr Wirken ist dahin; --- den Weg weiter zu gehen, das Selbst zu spüren, es im Reifen zu stärken zum Ganzsein führen, das ist ein Weg --- hier finde ich Sinn;

 

 

Mäandrierender Weg

 

Dein Weg, du beginnst ihn nicht, er wird dir begonnen, Beinahe hilflos, recht zögerlich aber bringst du deine ersten Schritte hinter dich, entdeckst das Leben, deine Sinne, die Welt. Leuchtend bunt erstrahlt der Tag, in drückend schwerer Finsternis ruht die Nacht.

Die Zeit schreitet voran, es gilt den Weg zu gehn; beweg`dich, um zu werden, nimm ihn, es ist dein Weg.

Was erscheint, soll dich lehren, machs` Dir zu eigen, wachse daran. Ein Blick zurück, lässt erkennen, mitten im Sein bist Du, kannst gestalten, kannst gehen.

Beschwernis bleibt liegen, beweg dich, es geht weiter, durch Höhen und Tiefen...

 

Hartmut Plamper

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

quelle

Auferstehend

In dieser Nacht wurde es kalt, bitterkalt.
Vereinzelung an jedem Ort.
Die Seelen zogen wie lichtfremd gewordene Eulenfalter
entfernter und entfernter allverbindender Helle fort.

Da gab es dann nur noch dunkelste Dunkelheit.
Und was blieb? Es blieb leises, fast summendes Tönen,
welches mir zusehends als einzig' Orientierung verblieb,
mich hin zum vollkommen geöffneten Lauschen führte.

Und da - von einem Mal zu Mal - vernahm ich Unterschiedliches, Getrenntes
und doch melodiehaft Verbundenes.
Einjede Seele begann aus der ihr eigenen Erstarrtheit und Vereinzelung heraus sich zu lösen,
ihren Ton zu suchen und damit zu spielen.

Und so war ich dem Hören geöffnet
und blickte mit weiten Sinnen in finstere Nacht.
Und auch ich begann zu klingen,
meinen Ton zu suchen und vorsichtig aus meiner Herzensmitte heraus zu antworten.

Manches Mal blieb es überall still, eine Zeit,
und ich hatte in aufkommender Bangigkeit bloß zu atmen, mich zu gedulden.
Dann konnte es geschehen, dass eine Vielzahl von Stimmen sich unvermittelt
zum gemeinsamen Konzert erhob.

Es gelang mit der Zeit über die wahrgenommenen
und so unterschiedlichen Seelen-Töne des Mit-Menschen
all das zu erlauschen, was Not war, ihn als ganzes
und unverwechselbares Wesen in Schönheit zu erkennen.

Da geschah es, dass am Horizont im zarten Rot-Ton,
der kommende Tag sich ankündigte.

Die in der Nacht gereiften Seelen besassen
nunmehr den Mut der Helle
unabgelenkter Selbstbestimmtheit

und liessen mit dem Geschehen der Sichtbarkeit
ihren ewig eigenen Ton des Herzens nicht mehr im Stich,
nein, sie gewöhnten sich daran,
ihren Körper unter das Dirigat der Fülle gegebenen inneren Klanges zu stellen;

― so brach der Tanz zu gott-gewolltem All-Tag durch...

 

(Michael Stoll, zu Ostern 2016)

 

 

 

 

  

 

 

 

Frühstücksgespräch mit Gästen aus Korea am 24. Januar 2016

Thema: Askese und schöpferische Arbeit

 

Ein Jahr der Stille (siehe Zeitungsartikel)

 

  

Predigt-Ansprache von Michael Stoll zum Patrozinium-Hochfest

anlässlich des 650`zigsten Todestages von Heinrich Seuse (lat.Suso)

in der Suso-Kirche in Überlingen am Samstag, den 23. Januar 2016

(schriftliche Fassung als pdf )

 

 

  

Licht-Wachen im Suso-Haus 2016-2017

— ein friedenstiftendes Projekt

 

siehe www.licht-wache.de

und Artikel im Südkurier vom  21.01.2016

(draufklicken zur Vergrößerung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem Tageskurs im Intuitivem Schreiben im Suso-Haus 

Herbst 2015 / Nachwort einer Teilnehmerin 

 

 (...)

Der Besuch im Suso Haus klingt nach. Mit offenem Geist und Herzen hast Du mich empfangen. Ich durfte mir Dir hinabsteigen in den Felsenkeller und, in der Finsternis, die Quelle erspüren. Erst danach sind wir nach oben gegangen zum 'ewigen Tropfen' der gleichmässig von oben nach unten in das mächtige, aus Stein gehauene Becken fällt. Unser Ort des Schreibens war in der Mitte. Auf einem kleinen Tisch eine brennende Kerze, ein Strauss rostfarbener Dahlien im Tongefäss, ein Stapel weisses, leeres Papier und ein Stift. Dahinter einer von den handgefertigten Stühlen, aus dem Kreis der übrigen genommen. Schreiben. Die eigene Sprache zum Leben erwecken. Die persönlichen Grenzen im geschriebenen Dialog überwinden.
Für diesen kostbaren Tag, für Dein genaues und einfühlsames Zu- und Hinhören danke ich Dir. Und, nicht zu vergessen, für das köstliche Marmeladenbrot!
Herzlich,

(...)

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesung und Buchvorstellung von

 

Peter Stamm 

Freitag, 14. August 2015 um 19.30 Uhr

"Taktwechsel — Erinnerungen,

              Empfindungen eines Musikers "

(Eintritt: 10 €)

 

Taktwechsel

Zum Buchshop und Leseprobe

 

hier: Kurzes Video aus der Vorab-Lesung 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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vortrag birgit stoll

 

 

  

 

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auf das Bild klicken --- Artikel als pdf-Datei!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag der offenen Tür im Suso-Haus

am Sonntag, 29.03.2015

von 15-24 Uhr

 

Suso-Quelle

 

um 21.00 Uhr Lesung aus dem Werk Heinrich Seuses am Quellturm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier die schriftliche Fassung des Vortrages über Simone Weil von Birgit Stoll als pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

--- ein Text von Volker Veit während unseres Seminars zur Aufmerksamkeit und Ent-Bildung entstanden:

 

Die Tröstlichkeit des Nicht-verstehen-Müssens

Wie kann es sein, das Alles im Nichts und das Nichts in Allem
gleichermaßen und gleichzeitig zu sein?
Wie kann etwas (was?) ohne Anfang und ohne Ende sein?
Unbewegt und doch be-weg-end?

Hierin keine Fragen zu haben,
es ganz so-sein-zu-lassen,
ge-lassen zu sein
ist tröstlich - ich darf das Denken
beruhigen, still werden lassen,
ein-stellen und es einfach wissen - und
staunen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, den 13. Dezember 2014 , 20 bis 23 Uhr

Nacht der Mystik 


Zu einem Buffett mit Getränken und freiem Gespräch werden aus Heinrich Seuses "Buch der Wahrheit" , der "Bhagavad Gita", sowie Texte Meister Eckharts gelesen.


Vortragende sind Birgit Stoll und Michael Stoll 

 

Kosten: 20 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markus Bundi  

     

"Die Rezeptionistin"

    

Suso-Haus

Samstag, 3. Mai 2014

20.00 Uhr

    

(Eintritt 8 / 10 Euro) 

gesponsert von  ,  

 

Markus Bundi

1969 geboren, lebt in Baden/Schweiz. In den vergangenen Jahren hat er sich einen Namen als Lyriker und Autor von Kurzprosa gemacht (Bolero-Shortstory-Preis 2008). Er studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich, arbeitete als Kulturredakteur und Literaturkritiker bei einer Schweizer Tageszeitung und unterrichtet heute an der Alten Kantonsschule Aarau.

Bundi ist Herausgeber der Werkausgabe von Klaus Merz im Innsbrucker Haymon Verlag und auch Herausgeber der Reihe im Verlag Wolfbach in Zürich. Mit seiner Novelle »Emilies Schweigen« richtet er sich erstmals an ein breiteres Lesepublikum.

Zum aktuellen Buch „Die Rezeptionistin“:  Mona steht am Empfang, sie ist Rezeptionistin in einem noblen Hotel. Eigentlich wollte Mona in den Zirkus, bis ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Mona musste sich neu buchstabieren, sich neu erfinden; begann ein Studium, brach es wieder ab und verkaufte eine Zeitlang Kaffeekapseln. Mona ist – als Erscheinung – perfekt: jung, gutaussehend, kompetent. Ihr Monalächeln schlägt jede und jeden in ihren Bann. Mona ist einsam und doch nicht allein: Da ist auch Lisa, die sich in den Träumen Bahn bricht, aufbegehrt, den vermeintlich sicheren Boden zum Wanken bringt und die Fassade Monas bröckeln lässt. Wer ist sie? Was will sie? Monas Denken pendelt zwischen Verdrängung und Selbstfindung, und durch eine Verkettung von Ereignissen wird sie auf sich selbst zurückgeworfen.

Wie schon in der vielfach gelobten Novelle „Emilies Schweigen" (2013) legt Markus Bundi den Finger auf die Reibungsflächen zwischen Innen und Außen, lotet poetisch und präzise den Raum aus zwischen Denken und Handeln, Trauer und Lächeln. Der Schriftsteller lässt uns teilhaben an der Distanznahme einer Figur zu sich selbst, die zugleich eine Annäherung ist. Und er bringt jene unablässigen Versuche der Selbstbestimmung zur Darstellung, die unser Menschsein schlechthin ausmachen, uns alle treffen, und wer weiß, vielleicht sogar im Innersten.


Markus Bundi
Erzählung
Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2014
ISBN 978-3-86351-074-9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 "Aber ich schwimme immer weiter..."

   

Altarbild im Suso-Haus — geschaffen von Joachim Wieland

 

Aus unserer Reihe "Lesebühne für Autoren der Region" 

neue Gedichte von

Joachim Wieland

 

Samstag, den 19. April 2014

20.00 Uhr

 

Eintritt: 8 / 10 Euro 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziel der Kulturfahrt des Staatssekretärs Jürgen Walter vom Kunstministerium Baden-Würrtemberg im Dezember 2013 an den Bodensee — das Suso-Haus der Literatur und Spiritualität in Überlingen mit seinem QUELLTURM 

 

Michael Stoll (links), Staatssekretär Jürgen Walter 

 

(unten) Stoll, Dr. Brunner(Fachbereich Kultur Überlingen), Staatssekretär Walter, Landtagsabgeordneter Hahn, Wiedemer-Steidinger (Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Überlingen)